Güstrower Schloss

Güstrower Schloss

Das Güstrower Schloss ist eines der wenigen erhaltenen repräsentativen Bauwerke der Renaissance in Norddeutschland. Besonders der Süd- und Westflügel sind von großem architektonischen Wert. Französische, italienische und nordalpine Elemente verbinden sich zu einer übernationalen Formensprache.

Vorläufer des Schlosses war eine Burg, die im 13. Jahrhundert als Wohnsitz der Fürsten von Werle diente. 1436 starb diese Linie aus und das Land wurde Bestandteil des Herzogtums Schwerin.

Güstrow wurde damit neben Schwerin Wohnsitz der Herzöge von Mecklenburg. Während der Regierungszeit von Ulrich III. (1556 - 1603) brannte ein Teil der mittelalterlichen Burg ab. Herzog Ulrich von Mecklenburg ließ einen Neubau errichten, der als Vierflügelanlage geplant war. Von 1558 bis 1567 erbaute der aus einer italienischen Baumeisterfamilie stammende Franz Parr im Auftrag des Herzogs den West- und Südflügel.

Nach einem erneuten Brand errichtete der niederländische Baumeister und Bildhauer Philipp Brandin in den Jahren 1587 bis 1591 den Nord- und Ostflügel des Schlosses. Von 1628 bis 1630 war es Residenz des Albrecht von Wallenstein.

Der Schlossbau wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit dem Bau des Torhauses und der Brücke durch Ch. Ph. Dieussart abgeschlossen.

Hauptanziehungspunkt des Schlosses ist zweifellos der große Festsaal mit seiner 1620 vollendeten Stuckdecke.

Des Weiteren sind eine umfangreiche Prunk- und Jagdwaffensammlung, Kunst der europäischen Renaissance, die Glassammlung des Staatlichen Museums Schwerin, Kunst der Antike, des Mittelalters und der Zeit nach 1945 zu sehen.

In die Rekonstruktion der Schlossanlage wurde ebenfalls die Neugestaltung des Schlossgartens einbezogen.

Der in seiner Art äußerst seltene Renaissancegarten wurde 1590 erstmals erwähnt und parallel zum Bau des Güstrower Schlosses angelegt. Unter Herzog Ulrich zu Mecklenburg wurde der Garten mit aufwändigen Laubengängen, Lusthäusern, Wasserspielen und zahlreichen Pflanzen als Lustgartenparterre angelegt.

Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage zeitgemäß zu einem Landschaftspark mit zahlreichen Obstbäumen, exotischen Pflanzen und Gewürzen umgestaltet sowie nach und nach durch frühbarocke Bauten erweitert. Mit den Jahren verfiel der Garten allerdings zunehmend und erstrahlt erst seit Restaurierungsarbeiten in den 1960er und 70er Jahren wieder in neuem bzw. altem Glanz des Lustgartens.

Güstrower Schloss

Franz-Parr-Platz 1
18273 Güstrow

Tel.: 03843 7520

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